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RAFO GMBH

* Hinweis: Aktueller Schriftverkehr, Klagsdrohungen und mehr sind im LESERFORUM nachzulesen.

"Die Bauern mußten vorne dran,
Um sich zuerst die Köpfe zu verrennen.
" (Das Schachspiel, 1795)


Der Fall RAFO zählt zu den schwierigsten internationalen Kriminalfällen in Rumänien und wurde seit 2003 von Justiz, Polizei und Anti-Terroreinheiten untersucht.

Bancorex oder Banca Romana de Comert Exterior (Die Rumänische Außenhandelsbank) wurde im Jahr 1968 gegründet und im Jahr 1999 liquidiert. Razvan Temesan war Bankvorstand von 1992 bis 1997. Nach 1990 galt Bancorex als eines der wichtigsten Bankinstitute Rumäniens. Durch faule Kredite und illegale Spenden wurde die Bank zu Fall gebracht. Als Beispiel gilt laut Wikipedia die Affäre Agroholding: Adrian Costea kassierte einen Kredit über etwa 6 Millionen EUR für eine Diesel-Lieferung an Agroholding. Die Lieferung fand nicht statt, Adrian Costea galt seitdem als vermisst. Razvan Temesan wurde im Zusammenhang mit 33 Geschäftsfällen untersucht. Im November 2000 gründete Temesan die Rafo GmbH in Wien.

RAFO GmbH , Firmenbuchnummer 202602w, wurde am 20.11.2000 von Corneliu IACOBOV und Razvan TEMESAN in Wien gegründet. Geschäftsführer waren Andrei SERBAN und Levente SOLYOM. Die Gesellschafter lauten: Toader Gaureanu, Corneliu Iacobov, Gheorghe Chealfa, Razvan Liviu Temesan, Marin Marin, Valentin George Anastasiu, Bogdan Iuliu Dumitrescu, Ioan Teodor Caramizaru, Costel Bancila, S.C. "RAFO" S.A.

Levente Solyom und Andrei Serban hatten im November 2000 den Gesellschaftsvertrag der RAFDARM GmbH (=Rafinaria Darmanesti) FN 202602w errichtet. "Zweigniederlassungen können im Inland und im Ausland errichtet werden. [...] Gegenstand des Unternehmens ist der Handel und die Vermittlung mit Waren aller Art, mit Mineralöl und Mineralölderivaten, insbesondere den Produkten der Raffinerie Darmanesti sowie die Errichtung einer Unternehmensvertretung"
Solyom und Serban waren zeichnungsberechtigte Geschäftsführer.

Anmerkung: Die rumänische Raffinerie Darmanesti gehörte im Jahr 1999 zu 70% Corneliu Iacobov, im Dezember 2003 wurde Konkurs angemeldet. Laut Wikipedia gehört die Raffinerie Darmanesti ab 2007 der RAFO Onesti.

Per Notariatsakt vom Dezember 2001 übergeben Solyom und Serban an Gaureanu, Temesan, Marin, Iacobov, Anastasiu, Dumitrescu, Caramizaru, Bancila, SC RAFO s.A. und Chealfa. Übergeben bzw. übernommen werden die Gesellschaftsanteile der Herren Solyom und Serban, mit allen Rechten und Pflichten.
Die RAFO (Anm.: Rafinaria Onesti) International GmbH war entstanden, die Firmenbuchnummer änderte sich nicht.
Andrei Serban wurde als Geschäftsführer abberufen.
Gegenstand der RAFO HandelsgmbH war "die Vermittlung mit Waren aller Art, mit Mineralöl und Mineralölderivaten, insbesondere den Produkten der Raffinerie Darmanesti, der S.C. Rafo s.A. und der Electrocarbon s.A. Slatina, sowie die Errichtung einer Repräsentanz dieser Unternehmen.
Stammkapital: 144.000 EUR.
Die neuen Geschäftsführer waren wieder mal Solyom und Serban, offenbar wurden sie auch Dienstnehmer der RAFO GmbH.
Im April 2002 ermächtigte SC RAFO s.A. (vertreten durch Gaureanu) die Wiener Anwälte Dr. Bauer und Dr. Utudijan, das Stimmrecht bei der bevorstehenden Generalversammlung auszuüben.
Iacobov und Marin erteilten Solyom im Juni 2004 eine unbeschränkte Vertretungsvollmacht.

Im August 2003 fusionierte Rafo GmbH mit der österreichischen Firma AGRIFEED Handels GmbH zu RAFO INTERLINK GmbH.
Firma Agrifeed ist Eigentum der Interlink Overseas Corp Limited (Records of the Island of Guernsey Nr. 34326) - Inhaber: Yoav STERN (2002 in Rumänien wegen Betrugs festgenommen). Agrifeed-Geschäftsführer ist der Österreicher rumänischer Abstammung Robert GERENDAS.

Die Wiener Rechtsanwältin Barbara Pesce-Cihlar wurde im Rahmen der Gesellschaftsgründung durch eine Spezialvollmacht vom Jänner 1999 (Vollmachtgeber: Buchprüfer Richard Anderson, Guernsey, Direktor von Interlink Overseas Corp. Limited) ermächtigt, die Bestimmungen des Gesellschaftsvertrages festzulegen, Eingaben einzubringen, Urkunden zu errichten, Zustellungen entgegenzunehmen und die Vollmacht ganz oder teilweise an Dritte zu übertragen.

Laut meiner Recherche führt Agrifeed Handels GmbH derzeit (2015) keine operative Tätigkeit mehr.
Anzumerken ist, dass eine weitere Firma, nämlich Agrichem Kft, Budapest laut Bilanzen in der Urkundensammlung bis einschließlich 2005 an Agrifeed Handels GmbH beteiligt war.

Meine Recherche hat ergeben, dass Agrichem kft. auch an Agrichem Handelsgesellschaft m.b.H. (Firmenbuchnummer: 76075 a) beteiligt ist.
An Agrichem HandelsgesmbH hielt die Gallicoop RT Ungarn seit 1992 eine Beteiligung, die jedoch von KPMG Ungarn bis 1997 abgewertet wurde.
Kurzer Blick in die Bilanz des Jahres 1997:
Die Bankverbindlichkeiten der Agrichem HandelsgesmbH betrugen im Jahr 1997 ATS 44,8 Millionen.
Die Haupterlöse wurden durch Exporte von Medikamenten und Sonnenblumenkernen erzielt. Die inländischen Erlöse wurden hauptsächlich durch Verkauf von Vitaminen erwirtschaftet.
Bilanzverlust: 13,4 Millionen ATS.
"Die Agrichem HandelsgmbH gehört zum Konzern Aichhorn Holding GmbH." (Anm.: FN 44070 i Handelsgericht Wien, mittlerweile gelöscht).
Beteiligungen: Agrichem Kft Ungarn: 85%, Gallicoop Ungarn RT 25% ("Putenfabrik" - was immer das bedeuten mag...), Agrifield Kft Ungarn 20%, Treuhandschaft Gallicoop 5%, Vitafort Kft Ungarn 2,5%.
Undankbarerweise liefen die Geschäfte trotz Investitionen in ehemaligen Ostblockländern schlecht, sodass mit Personalabbau begonnen wurde (Stand 1997: 6 Beschäftigte) - dadurch sollten Einsparungen von 1 Mio ATS erreicht werden.
Weitere Einsparungen sollten durch einen kräftigen Zinsnachlass der damaligen Hausbanken der Agrichem HandelsgesmbH erzielt werden (die Bankverbindlichkeiten bezifferten sich 1997 auf 44,8 Millionen ATS).
Tatsächlich ließen die Hausbanken der Agrichem HandelsgesmbH bis ins Wirtschaftsjahr 2001 einen Teil der Zinsen nach.
Ende 1998 exportierte Agrichem HandelsgmbH nach wie vor hauptsächlich Sonnenblumenkerne und hatte 6 Angestellten. Weitere Beteiligungswerte wurden abgeschrieben, bei gleichbleibenden Beteiligungsverhältnissen.
Schlußendlich eröffnete Agrichem HandelsgesmbH in einem Lagebericht vom 30. September 1999, die Liquidierung der Gesellschaft sei noch 1999 geplant.
Die Bekanntgabe der Größenmerkmale im Zuge der Bilanz des Jahres 2001 für Agrichem HandelsgmbH (Adresse: Taborstrasse 24a, 1020 Wien) wurde eingereicht am 29.5.2002, allerdings unter der Firmenbuchnummer 117625 d. Der Anhang zur Bilanz 2001 wiederum scheint mit der richtigen Firmenbuchnummer 76075 a auf (dürfte nur ein Schreibfehler der Alfida Beratungs-, Treuhand- und RevisionsgesmbH gewesen sein).
Das Jahr 2003 wurde mit Verbindlichkeiten in der Höhe von 992.000 EUR bilanziert, mit der Erläuterung: "im Jahr 2000 wurden durch den Verkauf der Beteiligung 15 Mio erlöst und Zinsnachlässe durch Banken gewährt".

Wer ist Robert GERENDAS? Robert GERENDAS hat von 1969 bis 1973 Chemie an der Technischen Universität Wien studiert. Von 1982 bis 1987 war er lt. eigenen Angaben "President" der Koor-Trading Warenhandelsgesellschaft m.b.H. FN 114252 v, Taborstrasse 24 A, 1020 Wien. Personen: Michael Oppenheimer, Yair Naaman, Joseph Ben-Shalom, Becom Management B.V., Amsterdam, Niederlande, Koortrade Ltd. (Registrar of Companies Jerusalem Nr. 51-054168-3). Die Gesellschaft wurde am 16.07.2005 gelöscht (amtswegige Löschung). Robert Gerendas scheint im Firmenbuch aber nicht auf, nur der Firmensitz stimmt mit jenem weiterer Gesellschaften überein, die DI Robert Gerendas zuzuordnen sind.


Interlink Overseas Corp Limited (Records of the Island of Guernsey Nr. 34326, Court Place, Rue Du Manoir, St Peter Port, Guernsey GY1 3XZ, Großbritannien), ein off-shore-Unternehmen, hat seinen Sitz auf den britischen Kanalinseln - diese sind nur als "crown dependency" direkt der britischen Krone unterstellt, sind aber weder Teil des Vereinigten Königreiches, noch Teil der Europäischen Union. Die Interlink Overseas Corp Limited war bis Ende 2005 an Intermedical Handels GmbH FN 209938h beteiligt. Gegenstand der geschäftlichen Tätigkeit: Geldmakler und Kreditvermittler sowie sonstige Finanzierungsaktivitiäten. Geschäftsführer der Interlink Overseas sind Yair Ziv und Jehuda Kugler. Registriert wurde das Unternehmen von AFR Trustees (Guernsey) Limited.

Solyom, Iacobov und Temesan haben den Kollaps der rumänischen Bank BANCOREX herbeigeführt.
Hinter Rafo GmbH steht Interlink Overseas Corp Limited, die die Hauptgeschäfte in der Ukraine abwickelt, wo Interlink 49,9% Anteile an Ukragromaschininvest hat (das größte verstaatlichte Unternehmen in der Ukraine).
Interlink Overseas Corp Limited steht auch hinter BALKAN PETROLEUM (England).
Ein weiterer Teilhaber der Rafo GmbH war Andrei SERBAN, seine Tochter sollte in Wien vom ehemaligen Olympiasieger Wolfgang Schwarz entführt werden ... (Der Fall Wolfgang SCHWARZ).

Die rumänische Zeitung "Jurnalul National" veröffentlichte im April 2011 einen Geheimbericht der amerikanischen Botschaft über RAFO:

"SUMMARY: The RAFO oil refinery is embroiled in a web of corruption, money laundering, fraud and criminal charges involving shady entities in Romania, Russia, Ukraine and Bulgaria." [...] "RUSSIANS ENTER THE PICTURE
6. (C) In 2005, Calder-A entered into an agreement with Balkan Petroleum to take over RAFO and all of its assets and liabilities. However, as part of the original privatization contract, an ownership transfer had to be approved by AVAS. AVAS and the Ministry of Finance objected to the transfer due to Calder-A’s failure to provide requested documents on its ownership structure and creditworthiness. While AVAS has maintained that, in the absence of its approval, Balkan Petroleum remains the main shareholder in RAFO, company managers say that Calder-A is the de facto owner already.
MOB CAPITAL WITH AN AUSTRIAN FACE
7. (C) Calder-A is 100% owned by Austrian-based Vienna Capital Partners, which in turn is owned directly or indirectly by foundations and NGOs, some of which claim to be non-profit. Calder-A is managed by Bulgarian businessman Todor Batkov, whose connections with organized crime are well known in Sofia. Current RAFO manager Marin Anton has stated that Russian businessmen and organized crime figures Mikhail Cernoy and Iakov Goldovskiy are behind Austrian-based Petrochemical Holding, which controls Calder-A. Cernoy and Goldovskiy have allegedly pressured RAFO’s suppliers to limit its access to oil during the dispute to apply pressure on the domestic oil market." (s. auch Wikileaks ).

Der österreichische Autor Florian Horcicka dokumentiert sehr genau die Vorgänge um Mikhael Cherney (auch Mikhail Cernoy) und Interventionen aus Politik und Wirtschaft in seinem neuen Buch "Im Fadenkreuz der Spione", Copyright 2016 by Verlag Kremayr & Scheriau GmbH & Co KG in Wien. Zitat:
"Dem Autor liegt ein Aktenvermerk des Innenministeriums vor, worin ein Major Gerhard J. seine Beobachtungen zu einer Intervention rund um eine Visa-Gewährung zu Papier bringt. Betreff: <<Cherney - Mikhael, Nat. i. Akt - Intervention betreffend Einreisesichtvermerk>>. Die Aktennotiz datiert mit 1. Dezember 2013. [...] Im Text heißt es: <<Am heutigen Tage teilte ORat Mag. Z. fernmündlich um ca 13.35 Uhr mit, dass ihn der Leiter des KBM (Kabinett des Budesministers, Anm.), Herr Mag. U., anrief und sich um die Visaerteilung betreffend Cherney Mikhael erkundigte, da sich Herr Taus, früherer politischer Funktionär und nunmehriger Lobbyist und Wirtschaftstreibender, diesbezüglich erkundigte. Herr ORat Mag. Z. teilte dem Leiter des KBM mit, dass aufgrund einer Ausschreibung der französischen Sicherheitsbehörden im Sirenenverbund dem Antragsteller, Herrn Cherney, keine Einreise in das Bundesgebiet gem. §10 Abs.2, Z 3 und 4 des Fremdengesetzes gestattet wird und aus Sicht der Kriminalpolizei ebenfalls erhebliche Bedenken dagegen bestehen. >> Dem Vorgang ging ein weiterer Aktenvermerk des Innenministeriums voraus (Geschäftszahl: 1.804 374/1-II/BK/31030), worin der Leiter der Konsularabteilung der österreichischen Botschaft in Tel Aviv über ein gültiges Visum von Cherney berichtet. Wörtlich: <<Das im Mai 2003 ausgestellte Visum wurde über Intervention des Kabinetts der Frau Außenministerin erteilt, wobei begründet wurde, dass größtes geschäftliches Interesse der Bawag besteht. Herr R. (der Leiter der Konsularabteilung, Anm.) habe seine Bedenken mitgeteilt, da er die Sache Cherney gut kenne und von in Israel laufenden polizeilichen Ermittlungen wisse.>> Im Akt wird in einer <<Notiz für den Herrn Generaldirektor für die öffentliche Sicherheit>> von einer weiteren Intervention für Cherney berichtet. In diesem Fall kam sie vom mittlerweile verstorbenen Casinos-Austria-Chef Leo Wallner. [...] Was bewegt aber so honorige Herrschaften wie Ex-ÖVP-Obmann und Unternehmer Josef Taus oder Casino-Boss Leo Wallner, für so jemanden zu intervenieren? Und das noch dazu im Dunstkreis der umstrittenen Telekom-Austria-Transaktionen in Bulgarien und rund um das Bawag-finanzierte Casino-Jericho-Geschäft mit Zentralfigur Martin Schlaff?" Zitatende.



Laut Bilanz des Jahres 2001 (erstellt in ATS und unterzeichnet im Jänner 2003 von DI Levente Solyom und Andrei Serban) verfügte Rafo GmbH über ein Umlaufvermögen von etwa 130.000 EUR (Bargeld, Bankguthaben und offene Forderungen). Dem gegenüber stand ein Stammkapital von 144.000 EUR und Verbindlichkeiten über 60.000 EUR. Der Jahresverlust betrug 78.000 EUR.
Laut Bilanz des Jahres 2005 (erstellt in EUR und unterzeichnet im Februar 2007 von DI Levente Solyom) verfügte Rafo GmbH über ein Umlaufvermögen von nur noch 5.300 EUR und verzeichnete ein negatives Eigenkapital von 5.469.000 EUR und Verbindlichkeiten von 5.399.000 EUR. Der Bilanzverlust per 31.12.2005 lautete 5.750.348,17 EUR.

Die Geschäftsführung teilte mit, eine Überschuldung im Sinne des Insolvenzrechtes sei deswegen nicht vorhanden, da die Lieferverbindlichkeiten 4,8 Mio EUR gegenüber Interlink Overseas Trading LLC enthielten. Diese Firma würde auf die Forderung gegenüber Rafo GmbH nicht verzichten. Die Faktura der Interlink Overseas an Rafo GmbH stammt offenbar aus dem Jahr 2003.
Wegen des Liquidationsbeschlusses aus 2004 wurde eine Fortbestehungsprognose nicht abgegeben.

Ein Jahr vor dem Liquidationsbeschluss der Rafo Handels GmbH wurde die Rafo Interlink Handels GmbH, FN 238261 i in 1010 Wien, Wipplingerstrasse 34/29 gegründet, wo die Rafo Handels Gmbh als Gesellschafterin beteiligt war.

Gesellschafter der Firma Rafo GmbH haben weitere Wiener Unternehmen gegründet (s. Übersicht der Wiener Firmen).

Die Erwähnung des Namens Gerendas in diesem Zusammenhang führte zu mehreren Anwaltsbriefen und Klagsdrohungen (s. LESERFORUM), sowie Interventionen bei meinem Webhoster Domaintechnik GmbH, welche zu nichts führten, dank der Seriösität und Professionalität des Geschäftsführers der Domaintechnik GmbH.
Dabei zählte AGRILOG GmbH (Geschäftsführer: Yaron Gerendas, Prokurist: Dipl.Ing. Robert Gerendas.) lt. Besucherstatistik meiner Homepage bereits am 2. Mai 2011 zu den Lesern des Berichtes über Rafo GmbH. Das war der Grund, warum am 3.5.2011 die Liste der Firmenübersicht um die Agrilog GmbH ergänzt wurde. Interessanterweise sahen die Agrilog-Leser damals noch keine Gründe, meinem Bericht zu widersprechen, obwohl der Name Gerendas nachweislich zu diesem Zeitpunkt in meinem Bericht erwähnt war. Die Offenbarung geschah erst 4 Jahre später...



In Rumänien zählt der Fall RAFO zu den schwierigsten internationalen Kriminalfällen und wird seit 2003 von Justiz, Polizei und Anti-Terroreinheiten untersucht. Im November 2005 wurde die Anklageschrift dem Gericht übermittelt. Die rumänischen Journalisten haben vielfach darüber berichtet, darunter auch über Rafo Handels GmbH, Rafo Interlink Handels GmbH, DI Levente Solyom, DI Gerendas Robert, sowie über weitere Personen die in diesem Bericht genannt sind.

Corneliu Iacobov, Toader Gaureanu und Marin Marin (Gesellschafter der Wiener Rafo GmbH FN 202602w) wurden 2005 u. a. wegen Geldwäsche in der Sache RAFO Onesti (Gessellschafterin der Wiener Firma Rafo Interlink Handels GmbH, FN 238261i) von der Staatsanwaltschaft in Rumänien angeklagt. Corneliu Iacobov wurde im Juni 2012 zu 7 Jahren Haft, Toader Gaureanu (ehemaliger Generaldirektor der RAFO Onesti) zu 6 Jahren Haft verurteilt. Die Urteile sind rechtskräftig.
Quellen:
http://www.financiarul.ro/2012/06/28/corneliu-iacobov-si-toader-gaurean-condamnati-la-sapte-si-respectiv-sase-ani-inchisoare-in-dosarul-rafo/
und
http://www.agerpres.ro/justitie/2012/06/28/corneliu-iacobov-si-toader-gaurean-condamnati-la-sapte-si-respectiv-sase-ani-inchisoare-in-dosarul-rafo-12-17-19
Am 23.8.2006 wurde Ovidiu Tender in Rumänien wegen Geldwäsche und Abgabenhinterziehung angeklagt. Im Dezember 2014 wurde er zu einer Haftstrafe verurteilt. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.
Quellen: http://www.sport.ro/fotbal-intern/marian-iancu-condamnat-la-13-ani-si-8-luni-de-inchisoare-pentru-inselaciune-si-spalare-de-bani-breaking.htmlund http://actmedia.eu/daily/carom-case-tender-sentenced-to-11-years-4-months-in-jail-and-marian-iancu-13-years-8-months/55676



Weitere Quellen: Urkundensammlung Firmenbuch Wien, Urkundensammlung des Obersten Gerichtshofes in Rumänien, Interviews, Berichte aus rumänischen Medien.

Für alle hier Genannten gilt die Unschuldsvermutung.

PETROCHEMICAL HOLDING GMBH 1010 WIEN, JOHANNESGASSE 22

Die rumänische Raffinerie RAFO Onesti s.a. war seit August 2003 Gessellschafterin der Wiener Firma Rafo Interlink Handels GmbH, FN 238261i und seit 2004 insolvent.
Der Konkursantrag der Glencore Energy UK wurde vom Handelsgericht in Kronstadt im Jahr 2010 abgewiesen, die Anwaltskanzlei Bostina & Associates hat Rafo Onesti s.a. in diesem Verfahren vertreten. Der Beschluss ermöglichte Rafo Onesti s.a. die Wiederaufnahme der operativen Tätigkeit und somit die Rückkehr ins Geschäftsleben.
Rafo Onesti s.a. wurde im Jahr 2001 privatisiert indem 59,9 % der Aktien durch den Geschäftsmann Corneliu Iacobov (Gründer der RAFO GmbH in Wien) übernommen wurden. Schlußendlich übernahm 2009 Petrochemical Holding GmbH in Wien (unter Kontrolle des russischen Geschäftsmanns Goldovsky) 96,51% der Anteile an Rafo Onesti s.a.

Petrochemical Holding GmbH, FN 263662 p, mit Sitz in 1010 Wien, Johannesgasse 22, Geschäftsführer Iakov Goldovskiy und Evgeny Koshchits hat folgende Gesellschafter: PCH Beteiligungs AG, Sachseln - Privatstiftung, PMG-Privatstiftung und Petrochemical Verwaltungs AG.

Petrochemical Verwaltungs AG, FN 208049f, mit Sitz in 1010 Wien, Börseplatz 4, verfügt über ein Kapital von 1 Mio. EUR (bzw. 1.000.000 Stück Aktien). Vorstand: Boris Titov, Boris Blagermann, Phillipe Guy, Efim Burlakov, Andrey Litvinov, Elena Lobaeva, Sergey Danilin, Andrey Taranichev. Alleinaktionär ist die Sachseln - Privatstiftung. Aufsichtsräte: Vladimir Shekhtman, Mag. Stefan Malaschofsky, Elena Struk, Artemy Osipiyan, Dr. Wolfgang Zronek, Mag. Daniela Glückselig.

Anfang Dezember 2011 erhielt Petrochemical Holding GmbH in Wien eine Kreditzusage von VTB Capital von bis 157,5 Mio EUR. Quelle:
Wall-Street.ro

VTB Capital ist die Investorgruppe der russischen VTB Group (Gründung: Moskau 2008), eine VTB-Bank Austria AG residiert in 1010 Wien, am Parkring 6. Die am 5. November 2017 von ICIJ veröffentlichten "Paradise Papers" decken unter https://www.icij.org/investigations/paradise-papers/kremlin-owned-firms-linked-major-twitter-facebook-investments-icij/ weitere Details auf: de VTB-Bank sei die zweitgrößte russische Bank, mit engen Verhältnissen zu Kreml und Präsident Putin. Andrei Kostin, der Bankvorstand, ist ein Freund Putins. Dazu der Bank-Experte Sergey Aleksashenko im Gespräch mit ICIJ: "Es handelt sich um eine Bank und ein Instrument in den Händen Kremls. Die VTB erledigt alles, was der Kreml wünscht". Die amerikanische Regierung hat die VTB-Bank im Jahr 2014 als Reaktion auf die Eingliederung der Krim mit Sanktionen belegt.

Einige Gesellschafter der Firma Rafo GmbH haben weitere Wiener Unternehmen gegründet.

Übersicht dieser Firmen:


PANAMA-PAPERS und RAFO
-10.04.2016-

Die rumänischen Journalisten von RISE Project haben nach Erhalt der Informationen aus den Panama-Papers wie folgt festgestellt:

Benjamin Steinmetz, 60 Jahre alt, einer der reichsten Geschäftsmänner der Welt, war involviert in die RAFO-Affäre. Mittlerweile wird er von der rumänischen Staatsanwaltschaft per Haftbefehl gesucht. Ihm wird u. a. vorgeworfen, Grundbesitz in Rumänien illegal erworben zu haben.
Seine Geschäfte in Rumänien drehen sich um RAFO Onesti, die Goldmine in Rosia Montana (über seine Firma BSG Resources), u.v.m.

Im Jahr 2000 hat Marian Iancu (damals bereits in Haft) die meisten seiner RAFO-Anteile an Uri Bider, einen ukrainischen Israeli, verkauft. Uri Bider steht in direkter Verbindung zu Benjamin Steinmetz, wie die Panama-Papers berichten. Steinmetz bevollmächtigte im November 2003 Uri Bider und Sandra Horemans, die Raglam Overseas Ltd. mit Sitz in Zypern zu vertreten. Raglam Overseas wurde 3 Jahre später Gesellschafterin der RAFO Onesti. Uri Bider vertritt auch Michael Cherney.

[Anmerkung: Uri Bider war in Österreich Vorstand der MOUVI Holding AG, FN 256537 k, Falkestraße 6, 1010 Wien, gemeinsam mit Viktor Artemov und Dipl.-Ing.Dr. Erwin Asenbauer. Alleinaktionärin: UB. PETCO LIMITED. Aufsichtsratmitglieder: Gvido Senkans, Ron Bider,
Igor Dalichuk, Dr. Michael Winischhofer, Dr. Haig Asenbauer, Dr. Felix Winischhofer].

Quelle: http://www.riseproject.ro/articol/secretele-lui-steinmetz-i/, sowie eigene Recherchen.



Für alle hier Genannten gilt die Unschuldsvermutung.



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LINKS

ICCJ (Verfassungsgerichtshof in Rumänien)

http://www.ziarulevenimentul.ro/stiri/moldova/drumul-rafo-spre-fier-vechi-politicieni-corupti-i-oligarhi-ru-i--196799.html

https://wikileaks.org/plusd/cables/06BUCHAREST1694_a.html

http://www.news.at/articles/0836/30/218347/die-zocker-sportwetten-anbieter-lizenzen

http://www.9am.ro/stiri-revista-presei/2006-10-17/culise-vicecancelarul-rafo.html

http://www.phg.ro/stire.php?cat_id=10&id=27548

http://www.news.at/articles/0544/10/125124/news-exklusiv-interview-vater-entfuehrungsopfer-wolfgang-schwarz

https://www.crji.org/articole.php?id=4022&hi=rafo

https://www.crji.org/articole.php?id=4028&hi=rafo

https://www.crji.org/articole.php?id=4055&hi=rafo

https://www.crji.org/articole.php?id=4089&hi=rafo

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Letzte Änderung am Sonntag, 10. Dezember 2017.